Training

Indoor-Golf & Co.: Fünf Tipps für den Winter


19. November 2021 , Felix Grewe


Indoor-Training als Alternative: Im kalten Winter können Golfer auch drinnen an ihrem Spiel arbeiten.
Indoor-Training als Alternative: Im kalten Winter können Golfer auch drinnen an ihrem Spiel arbeiten. | © golfsupport.nl/Frank Vuylsteke


Der Winter kommt, was keine Pause vom Golf bedeuten muss! Fünf wichtige Tipps, mit denen Sie die kalte Jahreszeit nicht nur überbrücken, sondern wirklich sinnvoll nutzen.

Jedes Jahr das gleiche Spielchen: Wenn der Winter naht, droht Golfern eine harte Zeit. Die Tage werden nicht nur feuchter und kühler, sie werden auch kürzer – und die Möglichkeiten für ausgedehnte Runden schwinden. Natürlich, so lange es die Bedingungen erlauben, werden Sie auch in der kalten Jahreszeit weiter über den Platz marschieren, warum auch nicht? Bewegung an der frischen Luft ist gesund, so viel ist sicher. Klar ist allerdings auch: Das Spiel bei Schmuddel-Wetter gleicht mitnichten dem im Sommer. Ein paar wichtige Grundsätze gibt es zu beachten, damit Sie gesund und munter über die Runde und durch die frostige Zeit kommen. Die Wintermonate können nämlich eine Menge mehr sein als bloß die Überbrückung einer lästigen Wartezeit, bis es im Frühjahr wieder richtig losgeht. 

1) Lernen Sie das Warm-up zu lieben! 

Ist nichts Neues, meinen Sie? Warten Sie ab! Natürlich, der Hinweis, dass ein vernünftiges Warm-up vor der Runde essentiell ist, darf nicht fehlen. Viele vernachlässigen das wichtige Aufwärmen – und zwar sportartenübergreifend. Werfen Sie einen Blick in die zu dieser Zeit fast überall ausgebuchten Tennishallen. Sie werden wenige Hobbyspieler finden, die sich wirklich gewissenhaft warmmachen, bevor sie die ersten Bälle schlagen. Ein Phänomen, das auch auf viele Golfer zutrifft: Je weniger ambitioniert der Sport ausgeübt wird, desto laxer wird das Warm-up absolviert, wenn überhaupt. Ein großer Fehler, denn die Verletzungsanfälligkeit steigt mit dem Alter und fehlender Fitness. Also, nehmen Sie sich mindestens 15 Minuten Zeit, um Ihren Körper in Schwung zu bringen. Starten Sie mit einer sanften Mobilisierung Ihrer Gelenke, dann mit einigen Übungen fürs Herz-Kreislaufsystem – Sie sollen schließlich warm werden! – sowie Rotationsbewegungen. Schlagen Sie erst dann die ersten Bälle auf der Range, wenn Sie sich wirklich aufgewärmt fühlen. Nun der Clou: Je mehr Sie das Warm-up in Ihre Routinen integrieren, desto natürlicher wird es für Sie, Ihren Körper grundsätzlich fit zu halten. Soll heißen: Das verpflichtende Warm-up im Winter kann zu einer wertvollen (zeitlichen) Investition werden, wenn Sie dadurch mehr Freude am Fitnesstraining entwickeln. Es wird Sie langfristig stärker machen. Also, experimentieren Sie mit verschiedenen Übungen, probieren Sie Neues aus, achten Sie darauf, welche Workouts Ihnen und den Schwachstellen Ihres Körpers guttun. Absolvieren Sie zumindest Teile Ihres Warm-ups auch regelmäßig zuhause. So werden die Übungen zu einem natürlichen Bestandteil Ihres Lebens. Ihr Körper wird es Ihnen danken – und Ihr Golfspiel sowieso... 

Beste Bedingungen! Gerade die kalte Jahreszeit eignet sich hervorragend, um sich für den Sommer in Form zu bringen.

Beste Bedingungen! Gerade die kalte Jahreszeit eignet sich hervorragend, um sich für den Sommer in Form zu bringen.

2) Achten Sie auf warme Kleidung und passendes Equipment!

Eines vorweg: Warme Bekleidung ersetzt das Warm-up natürlich nicht, aber das wissen Sie selbst. Klar ist: Wenn Sie bei kalten Temperaturen auf die Golfrunde gehen, brauchen Sie die passende Ausstattung – am Körper und im Bag! Eine Funktionsjacke ist Pflicht, je nach persönlichem Bibber-Level auch ein Fleece darunter. Denken Sie an eine gefütterte Hose, eine Mütze, Handschuhe und wenn die Temperaturen richtig knackig werden, schlüpfen Sie in Ihre Skiunterwäsche – die hält wirklich warm. Ins Bag stecken Sie nur das Nötigste, denn auf gefrorenem Boden dürfen Sie meistens keine Trolleys benutzen. Heißt: Sie müssen Ihre Tasche selbst tragen. Also: Raus mit allen Schlägern, auf die Sie verzichten können (vielleicht auch besser sollten...), dafür rein mit allem, was Sie warmhält und mit Wintertees. Wenn der Boden zu hart ist, stellen Sie diese auf und bohren Sie nicht hinein. Auch wichtig: Halten Sie Ihre Bälle warm – dann fliegen sie weiter und spielen sich einfach angenehmer! 

3) Die gesunde Ernährung nicht vergessen

Ein Dauerbrenner – denn gesund ernähren sollten Sie sich immer, schon klar. Aber im Winter sind wir alle anfälliger für Infekte. Spätestens seit Corona ist uns ja ohnehin noch klarer, auf welche Art und Weise sich Viren verbreiten – und was wir tun können, um uns zu schützen. Die richtige Ernährung gehört in jedem Fall dazu. Auf den Speiseplan gehören frisches Obst und Gemüse – selbstredend, Sie brauchen Vitamine! Setzen Sie auf saisonale Produkte und auf tiefgefrorene Beeren, denn die beinhalten jede Menge Antioxidantien. Ihre Zellen liebe sie! Außerdem sollen Zwiebeln und Knoblauch (wirken antibakteriell!) helfen, um lästige Krankheitserreger fernzuhalten. Vitamin D ist auch wichtig – im Winter leiden bis zu 80 Prozent der Bevölkerung unter einem Mangel. Ein Bluttest kann Aufschluss darüber geben, ob Sie zu dieser großen Gruppe gehören. Und, natürlich, wärmen Sie sich von Innen! Ein heißer Ingwertee mit Zitrone kann Wunder wirken – sowohl bei drohenden Erkältungen als auch nach einer eisigen Runde! 

Obst und Gemüse nicht vergessen! Das gilt grundsätzlich, im Winter aber ganz besonders...

Obst und Gemüse nicht vergessen! Das gilt grundsätzlich, im Winter aber ganz besonders...

4) Auch drinnen können Sie trainieren! 

Kalte Tage sind nichts für Sie? Mit der Flucht in wärmere Golfgefilde klappt es auch nicht? Dann trainieren Sie drinnen! Deutschlandweit gibt es immer mehr Anlagen, auf denen Sie aus beheizten Boxen abschlagen können – das kann wesentlich angenehmer sein, als bei schattigen Bedingungen auf der Range zu frösteln. Wenn Sie über den nötigen Platz in Ihrem kuscheligen Zuhause verfügen, dann kann auch ein Simulator eine sinnvolle Anschaffung sein. Was Sie sicher drinnen üben können: das Kurze Spiel! Putten Sie im Flur und chippen Sie (natürlich mit leichten Plastikbällen!) in Ihrem Wohnzimmer in ein Fangnetz. So bleiben Sie zumindest ein wenig im Schlag. Auf Indoor-Anlagen können Sie zudem richtig professionell trainieren – und besonders effektiv an Ihrer Technik feilen. Gibt es eine passendere Zeit als den Winter, um sich intensiv (am besten mit einem Trainer) den eigenen Schwächen im Kurzen Spiel zu widmen? 

Wenn draußen nichts geht, dann bleibt das Indoor-Training als adäquater Ersatz.

Wenn draußen nichts geht, dann bleibt das Indoor-Training als adäquater Ersatz.

5) Reflektieren Sie – was Sind Ihre Ziele?

Apropos passende Zeit: Die kalten und dunklen Monate waren schon immer ideal für eine innere Einkehr. Gerade die Weihnachtstage sind prädestiniert, um zur Ruhe zu kommen, das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen und sich neue Ziele zu setzen. Niemand sagt, dass es dabei nur um familiäre oder berufliche Belange gehen darf – warum nicht auch um Ihr Golfspiel? Machen Sie sich Gedanken darüber, was in der vergangenen Saison besonders gut geklappt hat. Wie hat sich Ihr Spiel entwickelt in den letzten Monaten? Womit sind Sie zufrieden? Was wollen Sie im nächsten Frühjahr und Sommer verändern? Haben Sie ein konkretes Ziel, auf das Sie hinarbeiten? Wie würde Ihr Schwung aussehen, wenn er in Ihren Augen perfekt wäre? Und was haben Sie auf dem Golfplatz bisher über sich und das Leben lernen dürfen? Die Liste der Fragen könnte ewig fortgesetzt werden. Also, nutzen Sie den Winter auch zum Reflektieren – dann starten Sie mit mehr Klarheit in die neue Saison.