Neues von Tiger Woods – und Erinnerungen an seinen ersten Tour-Sieg vor 25 Jahren

Der Südkoreaner Sungjae Im gewann die diesjährige Ausgabe der Shriners Children’s Open in Las Vegas. Genau dort hatte Tiger Woods im Oktober 1996 seinen Premieren-Sieg auf der PGA-Tour eingefahren. Nach dem schweren Autounfall im Februar hat sich Woods jetzt erstmals wieder auf einer Driving Range gezeigt.

11. Oktober 2021

Vater und Sohn auf gemeinsamen Wegen: Tigers Sprössling Charlie ist bereits im Nachwuchsbereich aktiv.

Vater und Sohn auf gemeinsamen Wegen: Tigers Sprössling Charlie ist bereits im Nachwuchsbereich aktiv. | © golfsupport.nl/Maria Saiz Vasconcelos

Es sind die Jubiläen, die Erinnerungen zurückbringen, die wir irgendwo in den Tiefen unserer Gehirne abgelegt haben. „Da war doch mal was…“ Richtig. Vor ziemlich genau 25 Jahren, als Tiger Woods beim Las Vegas Invitational zum ersten Mal als Pro gewann. Das Turnier auf der Anlage des Tournament Players Clubs Summerlin gibt es immer noch, auch der Oktober als Termin ist geblieben. Gespielt wird inzwischen die Shriners Children’s Open; die aktuelle Ausgabe gewann mit Sungjae Im ein Südkoreaner, der für seinen insgesamt zweiten PGA-Tour-Sieg exakt 100 Anläufe brauchte.

Rückblick: Tigers erster Triumph im Herbst 1996

Tiger Woods brauchte dafür im Herbst 1996, gerade mal 20 Jahre alt, nur sieben. Bei seinen ersten vier Auftritten als Pro hatte er sich mit den Plätzen 60, 11, 5 und 3 so stetig verbessert, dass die Premieren-Party nur noch eine Frage der kurzen Zeit zu sein schien. Las Vegas kam da gerade recht, wo die Stimmung bei den Profiturnieren immer etwas lockerer ist. Woods startete im Las Vegas Hilton Country Club mit einer 1 unter Par vergleichsweise schwach, ließ im TPC Summerlin aber eine starke 63 folgen. Nach 68 Schlägen im Desert Inn Golf Club und einer 67 erneut in Summerlin lag er bei dem Turnier, das über fünf Runden gespielt wurde, auf dem siebten Platz – vier Schläge hinter dem Führenden Ronnie Black und drei hinter Davis Love III.
 

Beginn einer sagenhaften Karriere: Woods' Triumph in Augusta 1997 – 14 weitere Majorsiege sollten folgen.

Beginn einer sagenhaften Karriere: Woods' Triumph in Augusta 1997 – 14 weitere Majorsiege sollten folgen.

Der Durchbruch – Masters-Sieg 1997

Black verabschiedete sich beizeiten aus dem Titelkampf, Tiger aber stieg in seiner schon damals dramatisch aggressiven Spielweise voll ein. Nach nur 64 Schlägen war er durch und als Führender nicht im Clubhaus, sondern auf der Range – um sich auf ein mögliches Stechen mit Davis Love III vorzubereiten. Dem wurde schnell klar, wie die Sympathien verteilt waren, als die Masse der Zuschauer mit Woods zur Driving Range abwanderte. Love III erinnert sich auf der PGA-Tour-Seite: „Ich glaube, bei mir blieben auf den letzten Bahnen noch rund 40 Leute. Und die Hälfte davon waren Bekannte.“
Das Ende ist bekannt: Love schlug seine Annäherung in den Bunker, verschob anschließend den Putt zum Par. Tiger hatte seinen vorher schon versenkt, den ersten Titel als Profi gewonnen und noch auf dem Grün den TV-Reporter am Hals: „Haben Sie mit dem Sieg gerechnet?“ Woods mit breitem Lachen und Strahlen in den Augen, im Auftritt aber schon erstaunlich abgeklärt: „Ja, irgendwie schon.“
Was folgte, war zwei Wochen später Woods‘ zweiter Tour-Sieg und im April 1997 beim US Masters die endgültige Bestätigung dessen, wer die Welt des Profigolfs für die nächsten Jahrzehnte dominieren sollte. Tiger war im Augusta National Golf Club so überlegen, dass Tom Kite als Zweiter mit zwölf Schlägen Rückstand nicht wirklich als Verfolger bezeichnet werden konnte.

Tiger ist zurück – zumindest mit seinem Sohn auf der Range

Und heute, 25 Jahre nach Las Vegas, freuen wir uns, dass es positive Nachrichten vom 15-fachen Major-Champion gibt. Der Erfolge einfährt, die so ganz anders sind als die, die er bisher gefeiert hat. Zum ersten Mal nach seinem Autounfall im Februar, bei dem sich Woods vor allem schwere Verletzungen an den Beinen zuzog, zeigte sich der 45-Jährige wieder auf einer Driving Range. Wenn auch „nur“ zum Gucken und Kommentieren dessen, was sein Sohn Charlie da bei der Vorbereitung auf ein Nachwuchs-Turnier anstellte. Das rechte Bein noch in einer Leggings, mit einem Schläger in der rechten Hand und gekreuzten Beinen stand Woods genau so da, wie er es immer gemacht hatte, wenn er auf dem Golfplatz warten musste. Wir erinnern uns… in diesem Fall auch ohne Jubiläum!

 

Ein Renner im Netz: Tiger Woods beobachtet das Training seines Sohnes – und sorgt in den sozialen Medien für Euphorie.

Ein Renner im Netz: Tiger Woods beobachtet das Training seines Sohnes – und sorgt in den sozialen Medien für Euphorie.